Review: Web­talk #Zukunft­Der­In­dus­trie

Webtalk_Zukunft-der-Industrie
Corona ist derzeit das allbestimmende Thema. Die Pandemie stellt auch einen tiefen Einschnitt dar, in einer Zeit, in der sich die Industrie in Deutschland und Europa ohnehin in einem tiefgreifenden Strukturwandel befindet. Was es jetzt für Rahmenbedingungen braucht, um Investitionen, Beschäftigung, gute Arbeitsbedingungen, Wettbewerbsfähigkeit und die wirtschaftliche Dynamik in Europa langfristig zu stärken, darüber diskutierten BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang und Wolfgang Lemb von der IG Metall im Rahmen des Bündnisses „Zukunft der Industrie“.

Hier fin­den Sie den voll­stän­di­gen Web­talk #Zukunft­Der­In­dus­trie zum Nach­schau­en (30 Minuten).

Digi­ta­li­sie­rung, Kli­ma­wan­del und kli­ma­po­li­ti­sche Regu­lie­rung, Bre­x­it und Han­dels­krie­ge, staat­lich gelenk­te Indus­trie­po­li­tik à la Chi­na und nun die wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie – die Lis­te der poli­ti­schen und tech­no­lo­gi­schen Her­aus­for­de­run­gen wird immer län­ger. „Der inter­na­tio­na­le Kon­kur­renz­druck auf die Wert­schöp­fungs­ket­te nimmt wei­ter zu. Die Coro­na-Kri­se wird in Asi­en anders ange­gan­gen als bei uns. Dadurch droht der Abstand zu Asi­en grö­ßer zu wer­den – zum Nach­teil für unse­re Indus­trie und die von Euro­pa.“, beton­te Joa­chim Lang im Talk mit Wolf­gang Lemb. „Die Her­aus­for­de­run­gen sind rie­sen­groß – für Gesell­schaft, Poli­tik, Wirt­schaft, Indus­trie und Gewerk­schaft“, sag­te Lemb. „Das Jahr 2021 ist ganz ent­schei­dend für wei­te­re Wei­chen­stel­lun­gen zur Siche­rung der indus­tri­el­len Sub­stanz und damit für hun­dert­tau­sen­de Arbeits­plät­ze. Die Coro­na-Gesetz­ge­bun­gen sind ein Teil davon.“

Der Zusam­men­schluss von 17 Part­nern aus Gewerk­schaf­ten, Wirt­schafts- und Arbeit­ge­ber­ver­bän­den, dem DIHK und dem Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um zum Bünd­nis „Zukunft Der Indus­trie“ ist für Lang ein wich­ti­ges Signal: „Wir haben uns zusam­men­ge­tan, um den Indus­trie­stand­ort Deutsch­land nach­hal­tig zu stär­ken.“ Wolf­gang Lemb ergänzt: “Wenn wir das Bünd­nis „Zukunft der Indus­trie“ nicht schon gegrün­det hät­ten, müss­ten wir es jetzt erfinden“

Dabei geht es um viel mehr als nur um einen ver­ba­len Schul­ter­schluss. 54 kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen hat das Bünd­nis erar­bei­tet: Zukunfts­maß­nah­men, die für die Indus­trie auf natio­na­ler und euro­päi­scher Ebe­ne essen­zi­ell sind. Die Coro­na-Kri­se zeigt, so Wolf­gang Lemb, dass digi­ta­le Bau­stel­len wie 5G oder Daten­si­cher­heit in Deutsch­land zügi­ger ange­gan­gen wer­den müs­sen, wenn der Stand­ort nicht ins Hin­ter­tref­fen gera­ten soll. Joa­chim Lang ergänzt, dass zudem hohe Ener­gie­kos­ten und Steu­ern sowie zu gerin­ge Inves­ti­tio­nen in ehr­gei­zi­ge Zie­le wie den Kli­ma­schutz die Unter­neh­men wei­ter­hin benach­tei­li­gen. Auch die kon­se­quen­te Umset­zung der zen­tra­len Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­vor­ha­ben ist drin­gend erforderlich.

Bei­de war­nen vor pau­scha­len Ent­schei­dun­gen gegen die Indus­trie in Zei­ten von Coro­na: „Dis­kus­sio­nen, die Indus­trie­pro­duk­ti­on zu schlie­ßen, brau­chen wir nicht. Die Anste­ckungs­ge­fahr – so unse­re bis­he­ri­gen Erfah­run­gen – ist in den Indus­trie-Betrie­ben gering“, unter­strich Lemb. Und Lang beton­te: „Die Indus­trie kann mit Risi­ken gut umge­hen. Wir haben Hygie­nekon­zep­te eta­bliert, die funk­tio­nie­ren.“ Die Gren­zen müss­ten unbe­dingt offen blei­ben: „Wir leben davon, dass wir unse­re Waren ver­kau­fen kön­nen. Vie­le Unter­neh­men expor­tie­ren oft 80 Pro­zent der Pro­duk­ti­on in die EU und in die gan­ze Welt.“

Nun, so beton­ten bei­de, brau­che es end­lich eine mit­tel­fris­ti­ge fak­ten­ba­sier­te Stra­te­gie zum Erhalt der indus­tri­el­len Sub­stanz und für nach­hal­ti­ges Wachs­tum. Wie die aus­se­hen kann und wel­che kon­kre­ten Emp­feh­lun­gen das Bünd­nis gibt, erfah­ren Sie im Web­talk mit der Wirt­schafts­jour­na­lis­tin Isa­bel­le Körner.

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